Mit Klicks und Regeln: Wie Jugendliche den digitalen Alltag erleben
Zahlreiche digitale Hilfsmittel sind mittlerweile selbstverständlich geworden. Auch KI hält Einzug in unserem Alltag und wird bald nicht mehr wegzudenken sein. An Berufsschulen werden all diese Hilfsmittel sogar für Abschlussarbeiten zugelassen. Die Kompetenz, diese sinnvoll zu nutzen, ist also ein grosser Vorteil. Dieser Entwicklung möchte sich auch die Volksschule anpassen. Seit vier Jahren ist jede Schülerin und jeder Schüler des Zyklus 3 mit einem persönlichen Tablet ausgestattet. Die Lehrerschaft bemüht sich um eine gute Balance: Wo es sinnvoll ist, kommen digitale Medien zum Einsatz – wo nicht, bleiben Stift, Papier und persönlicher Austausch unverzichtbar.
Aber auch die Schattenseiten und Gefahren von digitalen Medien sind in aller Munde: Erste Nationen verbieten Social Media für Jugendliche unter 16 Jahren und einige Schweizer Politiker fordern ein Handyverbot an Schulen. In der öffentlichen Debatte kommen also viele Erwachsene zu Wort. Was aber halten die Jugendlichen von dieser Entwicklung? Dies wollten wir von hiesigen Jugendlichen wissen.
Es folgt ein Auszug von verschiedenen Antworten, welche Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Sek auf vorgegebene Fragen formulierten. Teilweise nutzten sie KI für die Formulierung ihrer Meinung.
1. Was hältst du von einem Handyverbot an Schulen?
«Das finde ich gut, weil man in der Schule nicht am Handy sein muss. Man sollte es aber mitnehmen dürfen, falls man einen Notfall hat.»
«Ich finde, ein Handyverbot sollte es für Kinder geben, die noch nicht in der Oberstufe sind, weil es für sie nicht wichtig ist, ob sie ein Handy dabeihaben oder nicht. In der Oberstufe gibt es manchmal Situationen, in denen Handys im Unterricht gebraucht werden. Auf dem Pausenhof ein Handy oder ein anderes elektronisches Gerät zu benutzen, finde ich völlig unnötig, weil dann ist die Zeit, wo man mit den anderen spricht.
Es ist okay, das Handy auf dem Schulweg zu benutzen, solange man aufmerksam ist oder es nur dann braucht, wenn zum Beispiel ein Velo oder ein Töffli kaputt ist.»
2. Würdest du Social Media erst ab 16 Jahren befürworten? Weshalb?
«Ich finde das sollten die Eltern entscheiden, aber es ist sicher nicht so gut, wenn man z.B. mit 6 schon ein Handy besitzt.»
«Eine Altersbeschränkung für Social Media ab 16 Jahren ist sinnvoll, da sie Jugendliche in einer kritischen Phase der Hirnentwicklung vor dem enormen psychischen Druck der Plattformen schützt. In diesem Alter ist die emotionale Stabilität meist gefestigter, um negative Effekte wie Suchtpotenziale oder unrealistische Schönheitsideale besser zu verarbeiten. Zudem verringert eine höhere Grenze das Risiko für Cybermobbing und den Missbrauch privater Daten bei jüngeren, weniger erfahrenen Nutzern. Deshalb finde ich es sinnvoll, dass Social Media erst ab 16 ist.»
«Ich würde das schon befürworten, weil Social Media Menschen unter Druck setzten, kann oder sonst die Gefühle eines Menschen beeinflussen kann.»
«NEIN!!! wie sollten wir dann etwas aus der Welt erfahren oder Erklärvideos sehen, wie man etwas zusammenbaut oder wie man etwas kocht oder so.»
3. Wie hat sich der Unterricht in den letzten Jahren verändert?
«Er hat sich sehr stark verändert, denn vor einigen Jahren hat man noch viel analog gearbeitet und heute wird grösstenteils digital gearbeitet. Ich finde es ist nicht sehr förderlich, wenn man alles auf dem iPad macht, denn so ist es nur im Kurzzeitgedächtnis. Vorher war es durch das viele Schreiben schneller Mal ins Langzeitgedächtnis gekommen.»
«Es hat sich sehr viel verändert mit dem iPad aber ich denke es hat einen Vorteil für die Berufsschule, wenn man in der Lehre ist.»
«Es ist fast alles online und dann ist es manchmal stressig das man so viele Codes hat. Aber es ist auch manchmal stressig, wenn man viele Blätter hat und immer suchen kann. Aber ich finde wir können so weiter machen:)»
4. Was findest du gut am Einsatz der Tablets im Unterricht?
«Man lernt schon in der Schule, mit Geräten umzugehen, und nicht erst in der Lehre oder in der Berufsschule. Ich finde es auch gut, mit OneNote zu arbeiten, wenn man einen Plan hat, was man machen muss. Es ist auch praktisch, dass man nicht alle Bücher mit sich herumtragen muss, sondern nur ein Tablet.»
«Dass man viel Fächer in einem hat und dass ich das Zehnfingersystem gelehrt habe.»
«Ich befürworte den Einsatz von iPads im Unterricht sehr, da sie mir den schnellen Zugriff auf interaktive Lernmedien und aktuelle Informationen ermöglichen. Durch die digitalen Hefte habe ich all meine Unterlagen organisiert an einem Ort und muss keine schweren Bücher mehr schleppen. Besonders schätze ich die kreativen Möglichkeiten, mit denen ich Präsentationen oder Projekte individuell und modern gestalten kann. Zudem bereitet mich die tägliche Arbeit mit dem Tablet optimal auf die digitale Arbeitswelt vor, in der Medienkompetenz eine Grundvoraussetzung ist.»
«Ich finde es nicht schlecht, weil ich nicht so gerne auf Papier schreibe, und mit den KIs ist der Unterricht auch erleichtert.»
5. Was findest du negativ am Einsatz der Tablets im Unterricht?
«Wenn man zu lange dran ist, wird es irgendwie nervig in mir drin, weil man zu viel Energie in sich drin hat.
«Es besteht Gefahr, dass man schnell im Unterricht eine Spielseite besucht und spielt, was Suchtpotenzial hat. Oder wenn z.B. eine Lehrerin oder Lehrer vorne an der Wandtafel etwas erklärt, dass man auch auf YouTube geht und ab und zu die Shorts anschaut.»
«Wir sitzen am Tag etwa 5 Stunden nur vor dem Table und am Abend habe ich viel Kopfschmerzen.»
«…Zudem befürchte ich, dass das ständige Starren auf den Bildschirm die Augen belastet und das soziale Miteinander sowie die Handschrift zu kurz kommen könnten. Ein großes Problem ist auch die technische Abhängigkeit, da der Unterricht bei leeren Akkus oder WLAN-Problemen sofort blockiert wird. Letztlich verstärken die teuren Geräte die soziale Ungerechtigkeit, wenn nicht alle Schüler den gleichen Zugang zur Technik oder Unterstützung zu Hause haben»
«Ich finde man arbeitet viel mehr für sich selbst anstatt mit andern zusammen und vergisst vielleicht manchmal auch das man ganz viele Mitschüler hat.»
6. Was würdest du dir von der Schule im Bereich digitale Medien wünschen?
«Mir selbst gefällt die Arbeit mit dem iPad gut. Trotzdem ist es mir wichtig, dass Kinder lernen dürfen, wie sie wollen. Ich wünsche mir, dass jedes Kind seine eigenen Lernstrategien entwickelt und nicht ausschließlich mit dem iPad arbeitet.»
«Dass wir statt Tablets Laptops haben.»
«Aktuell finde ich die Einstellung der Schule zum Thema digitale Medien super und möchte nichts daran ändern.»
«Dass man wieder mehr auf Papier schreibt und das i-Pad als Hilfestellung benutzen darf z.B. um Wörter zu übersetzen. Ich hoffe, dass es eine gute Mischung aus online und auf Papier bleibt.»